Weltweit waren laut UNICEF im Jahr 2024 mindestens 230 Millionen Frauen und
Mädchen an ihren Genitalien beschnitten. In Deutschland lebten Ende 2024 laut einer
Schätzung für das Bundesfrauenministerium rund 123.000 Frauen und Mädchen, die
bereits betroffen sind oder als bedroht gelten.
FGM ist nicht nur eine
kulturelle Praxis, sondern eine schwere
Menschenrechtsverletzung, die tiefgreifende physische und psychische Folgen hat. Zu den
gesundheitlichen Komplikationen zählen chronische Schmerzen, Infektionen und
Geburtsprobleme.
In Deutschland ist weibliche Genitalbeschneidung eine strafbare
Handlung, und es gibt klare rechtliche Rahmenbedingungen, um Mädchen zu schützen.
Unsere Beratungsstelle bietet umfassende Informationen zur Rechtslage und den Folgen für Familien,
die in die Praxis der „Ferienbeschneidung“ involviert sind. Auch medizinische Hilfen stehen
betroffenen Frauen zur Verfügung, wie etwa Rekonstruktionsoperationen, die körperliche Schäden
beheben können.
Fachkräfte, die im Bereich Gesundheit, Erziehung oder Sozialarbeit tätig sind, erhalten von uns
spezialisierte Schulungen, um Frauen und Mädchen besser zu unterstützen. Unsere Fortbildungen
vermitteln kultursensibles Wissen, Handlungsoptionen im Umgang mit FGM und Präventionsstrategien.
Die Schulungen sind praxisnah und helfen Fachkräften, Mädchen zu schützen und betroffene Frauen zu
unterstützen.
Wir stellen umfangreiche Materialien zur Verfügung, darunter Leitfäden für
Lehrer*innen, Ärzt*innen und Erzieher*innen, die beim Verdacht auf eine drohende Genitalbeschneidung
nützlich sind. Zudem bieten wir Workshops und Fachtagungen an, in denen das Wissen zu FGM vertieft
und Netzwerke zur Prävention aufgebaut werden. Ein Highlight unserer Arbeit ist die enge
Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Nordrhein und anderen Akteuren, um Qualitätsstandards in der
Behandlung und Beratung zu setzen.
Unsere Fortbildungsangebote beziehen auch die betroffenen
Frauen selbst ein. Sie tragen durch ihre Erfahrungen und ihr Wissen dazu bei, das Bewusstsein für
die Problematik von FGM zu schärfen und Fachkräfte in kultursensibler Kommunikation zu schulen.
Durch die aktive Beteiligung der Betroffenen entsteht ein nachhaltiger Dialog, der sowohl die
Prävention als auch die Unterstützung von Betroffenen verbessert.