Newsletter 1-2025 

Fortbildungen

Fortbildung PSZ Düsseldorf 

Beim Psychosozialen Zentrum für Geflüchtete (PSZ) Düsseldorf führten unsere Geschäftsführerin  Jawahir Cumar und unsere Frauenärztin Agata Romanski-Ordas am 06. März eine Fortbildung  zum Thema weibliche Genitalbeschneidung durch. Daran nahmen 18 Mitarbeiter*innen des PSZ  Düsseldorf und des PSZ Thüringen teil. Das PSZ Düsseldorf arbeitet mit unserer Beratungsstelle  zusammen und kennt das Thema weibliche Genitalbeschneidung gut. Dennoch haben die  Teilnehmer*innen bei der Fortbildung viel gelernt und erfahren, insbesondere durch die  Schilderung von Beispielen aus der kulturellen Beratung und aus der gynäkologischen  Sprechstunde der Beratungsstelle. Die Teilnehmer*innen waren begeistert von der praxisnahen  Fortbildung und haben noch Wochen später darüber gesprochen.  

Fortbildung IQN Düsseldorf 

Zum Thema „Genitalbeschneidung bei Frauen und Mädchen – gesundheitliche Folgen und  Schutzkonzepte“ fand am 05. Februar eine Fortbildung statt, die vom Institut für Qualität im  Gesundheitswesen Nordrhein (IQN) veranstaltet und in Zusammenarbeit mit unserer  Beratungsstelle konzipiert wurde. Das Institut ist eine gemeinsame Einrichtung der Ärztekammer  Nordrhein und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Die Fortbildung richtete sich an  Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und Angehörige der Gesundheitsberufe. Dabei waren die  Referent*innen in Präsenz vor Ort im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf, während die  64 Teilnehmenden online zugeschaltet wurden. Unsere Geschäftsführerin Jawahir Cumar  informierte über die soziokulturellen Hintergründe und gab Einblicke in die Beratungsarbeit. Über  die gesundheitlichen Folgen und aus der gynäkologischen Praxis berichtete Agata Romanski Ordas, die die Veranstaltung auch moderierte. Sie ist Oberärztin der Frauenklinik im  Lukaskrankenhaus Neuss und führt gemeinsam mit Dr. Christoph Zerm die gynäkologische  Sprechstunde für betroffene Frauen in unserer Beratungsstelle durch. Der Facharzt für  Gynäkologie und Geburtshilfe erstellt auch Gutachten zu betroffenen Frauen für das Bundesamt  für Migration und Flüchtlinge und referierte darüber. Eine statistische Analyse globaler, nationaler und regionaler Entwicklungen auf dem Weg zur Eliminierung von FGM/C stellte Christina Pesch, Vorstand unseres Vereins, vor. Die Fortbildung war mit drei Punkten anerkannt und fand anlässlich  des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalbeschneidung statt, der jedes Jahr am  06. Februar begangen wird.  

Fortbildung in Arnsberg 

Wie bereits in den vergangenen Jahren war Jawahir Cumar am 20. März erneut als Referentin zu  einer Fortbildungsveranstaltung in Arnsberg eingeladen, die sich mit der Frage „Weibliche  Genitalbeschneidung – auch im Hochsauerlandkreis ein Thema?!“ beschäftigte. Auch im  Hochsauerlandkreis haben Frauen und Mädchen aus Herkunftsländern, in denen die weibliche  

Genitalbeschneidung praktiziert wird, eine neue Heimat gefunden. Möglicherweise sind auch sie  betroffen oder bedroht. Die Veranstaltung richtete sich an pädagogische Fachkräfte, Lehrer*innen,  ehrenamtlich Tätige und Mitwirkende im Bereich Migration und Integration und fand im  Sauerland-Museum in Arnsberg statt. Organisiert wurde die Fortbildung wieder vom Kommunalen  Integrationszentrum des Hochsauerlandkreises. Mit der Veranstaltung sollte das Thema weibliche  Genitalbeschneidung weiter in den Hochsauerlandkreis getragen werden.  

Jawahir Cumar sensibilisierte die sechs Teilnehmer*innen für das Thema weibliche  Genitalbeschneidung und gab ihnen Informationen und Handlungsempfehlungen an die Hand. Es  war ausreichend Zeit für einen Austausch und für Fragen, weil es ein sehr sensibles und auch  emotionales Thema ist. Was ist zu tun, wenn eine Lehrerin den Verdacht hat, dass eine Schülerin  beschnitten wurde, weil sie mit ihren Eltern in den Sommerferien in ihr Herkunftsland geflogen und  sehr verstört zurückgekommen ist? Wie kann das Thema mit den Eltern angesprochen werden,  ohne dass die Eltern das Gespräch abbrechen und sich verschließen? Die meisten Eltern gehen  mit ihren Kindern zu den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt. Deshalb wäre es in diesem  Zusammenhang auch wichtig, die Kinderärzt*innen in Arnsberg und im Hochsauerlandkreis zu  sensibilisieren und fortzubilden, damit sie in solchen Fällen den Verdacht bei einem Mädchen  bestätigen oder seine Unversehrtheit attestieren können. 

Schulungen 

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge  

Regelmäßig schult die Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V. die Sonderbeauftragten  für geschlechtsspezifisch Verfolgte beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zum Thema  weibliche Genitalbeschneidung. An der Online-Schulung am 25. März nahmen  17 Einzelentscheider*innen teil. Dabei informierte Jawahir Cumar über die soziokulturellen  Hintergründe und stellte die Arbeit der Beratungsstelle vor. Zum ersten Mal führte sie die Schulung  zusammen mit Isabel Runge, Fachärztin an der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg durch, die die medizinischen Aspekte vermittelte. Die Frauenklinik in  Freiburg bietet ebenfalls eine FGM-Sprechstunde an, erstellt aber – anders als die  Frauenärzt*innen in der gynäkologischen Sprechstunde unserer Beratungsstelle – keine  Gutachten für das Asylverfahren.  

Bei der Online-Schulung beantwortete Jawahir Cumar auch Fragen der Teilnehmer*innen. Warum  lassen Mütter ihre Töchter beschneiden, obwohl sie selbst diese Schmerzen erlebt haben? Damit  sie in der Gesellschaft akzeptiert werden und weil es die Voraussetzung ist, dass ihre Töchter  später verheiratet werden können. Wem droht eine Mehrfach-Beschneidung? Es kann alle  Mädchen und Frauen treffen. Bei einer Zwangsverheiratung werden die Mädchen noch einmal  beschnitten, wenn sie nicht die Voraussetzungen erfüllen. Die zukünftige Schwiegermutter kann  entscheiden, dass eine weitere Beschneidung stattfindet. Wenn eine Frau als Mädchen nach Typ I  beschnitten wurde, kann die Schwiegermutter sagen, für meinen Sohn will ich, dass seine  zukünftige Frau nach Typ II beschnitten wird. Oder sie verlangt eine Beschneidung von Typ II auf  Typ III. 

Vorträge  

Soroptimist Club Meerbusch 

Beim Clubtreffen der Soroptimisten in Meerbusch am 05. März hielt Jawahir Cumar einen Vortrag  über das Thema weibliche Genitalbeschneidung und die Arbeit der Beratungsstelle. Unterstützt  wurde sie dabei von der Künstlerin Astrid Puttins, die ihre Bilder zum Thema „Gewalt gegen  

Frauen“ und „weibliche Genitalbeschneidung“ als PowerPoint-Präsentation zeigte. Den  Teilnehmer*innen ging das Thema sehr nah, viele haben nicht gewusst, was weibliche  Genitalbeschneidung ist und welche Folgen sie hat. Begeistert von unserem Engagement, sehr  bewegt und auch belastet sind die Teilnehmer*innen nach Hause gegangen und haben das  Thema mitgenommen. 

SPD Frauen im Kreis Borken 

Zu einem informellen Austausch über das Thema „Beschneidung von Mädchen und Frauen“  hatten uns am 11. Februar die SPD Frauen im Kreis Borken eingeladen. Die Veranstaltung fand online statt. Unsere Geschäftsführerin Jawahir Cumar und unser Vorstand Christina Pesch  berichteten über die Arbeit der Beratungsstelle und diskutierten mit den Teilnehmer*innen über das  Thema. Dabei ging es auch um Schutzkonzepte. In Bocholt und Leichlingen wird eine  Kinderschutzambulanz aufgebaut. Obwohl die Teilnehmer*innen schon vom Thema weibliche  Genitalbeschneidung gehört hatten, war es für sie bei dieser Veranstaltung sehr nah, weil es  Mädchen, die hier leben, betrifft.  

Beratungsstelle

Tag der offenen Tür 

Unsere Beratungsstelle hat seit Herbst 2024 einen neuen Standort in Düsseldorf-Heerdt. Mit einem  Tag der offenen Tür haben wir am 28. März die neuen Räumlichkeiten offiziell eröffnet und  vorgestellt. Über 80 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, darunter unsere  Kooperationspartner*innen, Politiker*innen, Menschen aus der Stadtgesellschaft und aus den  Communities sowie Fachkräfte anderer Einrichtungen in Düsseldorf. Es gab viel Lob für die Arbeit  unserer Beratungsstelle.  

Die Gäste wurden musikalisch von SZIVTAKT mit einer Trommel-Performance und Handpan Improvisationen empfangen. Eröffnet wurde der Tag der offenen Tür mit einem Grußwort von  Josef Hinkel, Bürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf. Er betonte die Bedeutung der  

Beratungsstelle für Düsseldorf. Die Teilnahme der vielen anderen Einrichtungen aus Düsseldorf an  der Veranstaltung zeige, wie gut die Beratungsstelle vernetzt sei. Seit 2019 wird die  Beratungsstelle durch die Landeshauptstadt Düsseldorf gefördert. Mit der Diakonie Düsseldorf hat  die Beratungsstelle einen starken Kooperationspartner an ihrer Seite. Die Unterstützung der  Beratungsstelle betonte auch Tanja Buck, Vorstand der Diakonie Düsseldorf, in ihrem Grußwort.  Die Beratungsstelle bedeute der Diakonie sehr viel. Dabei sei die Kooperation nicht einseitig. Die  Diakonie Düsseldorf profitiere von der Beratungsstelle als Fachstelle zum Thema weibliche  Genitalbeschneidung, weil die Diakonie diese Arbeit für betroffene Frauen nicht leisten könne. Gemeinsam könnten Fortbildungen für die Erzieher*innen in den Kindergärten der Diakonie  Düsseldorf durchgeführt werden.  

Als Vorsitzende der Kinderschutzkommission im Landtag NRW hat Nina Andrieshen ein Grußwort  gehalten. Sie hob hervor, dass die Arbeit der Beratungsstelle sehr wichtig sei, vor allem für den  Kinderschutz. Für die Spielecke in unserer neuen Beratungsstelle brachte sie als Geschenk ein  Kamishibai-Erzähltheater mit. In ihrem Grußwort bedankte sich unser Vorstand Christina Pesch für  die Unterstützung durch die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Diakonie Düsseldorf. Sie  unterstrich die Besonderheiten unserer Fachstelle als Betroffenen-zentrierte und Community geführte Beratungsstelle, die für kultursensible Beratung stehe. Zum letzten Mal war Klaudia  Zepuntke als Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Düsseldorf bei unserer Veranstaltung, da sie  bei den Kommunalwahlen im September 2025 nicht mehr kandidieren wird. In ihrer Rede drückte sie ihre Wertschätzung für die Beratungsstelle aus, die wichtige Arbeit für die Stadt Düsseldorf  leiste. Sie habe die Beratungsstelle immer gerne unterstützt und wolle dies auch weiterhin tun.  

Mit kurzen Vorträgen gab unser Team Einblicke in die Arbeitsbereiche der Beratungsstelle. Dabei  stellte Jawahir Cumar die Beratungsarbeit vor. Aus der gynäkologischen Sprechstunde berichteten  Agata Romanski-Ordas und Dr. Christoph Zerm. Sie nehmen sich so viel Zeit, wie die Frauen brauchen, und stehen für eine würdevolle Behandlung. Oft würden ihnen die betroffenen Frauen  von anderen Erfahrungen mit Ärzt*innen und in Krankenhäusern erzählen. Die Kunsttherapeutin  Eva Schneehorst-Pfeifer bietet therapeutisches Malen in der Beratungsstelle an. In allen Räumen  hingen Werke, die betroffene Frauen gemalt haben. Beim Tag der offenen Tür führte Eva  Schneehorst-Pfeifer die Gäste gruppenweise durch die Räume und erzählte zu einigen Bildern die  Geschichten dahinter. Yoga als unterstützende Praxis für betroffene Frauen ist ein neues Angebot  der Beratungsstelle, das von Selam Berhane auch praktisch präsentiert wurde. Dabei haben alle  Gäste mitgemacht. Ein besonderes Highlight beim Tag der offenen Tür war die äthiopische  Kaffeezeremonie, die von Zeinab Ebrahim vorgeführt wurde. Für das leibliche Wohl sorgte ein  Buffet mit Sambusa und orientalischen Speisen. Dabei gab es reichlich Gelegenheit zum Austausch und für anregende Gespräche.  

Vernetzung 

Austausch beim Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. 

Zur Fachteamsitzung des Geschäftsfeldes Flucht, Migration und Integration waren wir am  06. Februar bei der Diakonie RWL in Düsseldorf eingeladen. Von unserem Verein nahmen Jawahir  Cumar, Christina Pesch und Dominique Reischl daran teil. Sie berichteten gemeinsam über die  Arbeit der Beratungsstelle und die Herausforderungen, die komplexe Thematik und kulturelle  Hintergründe sowie das Leid und die Schicksale der betroffenen Frauen. Dies hat alle  Anwesenden tief bewegt. Es war ein sehr guter Austausch, bei dem es auch um Möglichkeiten der  Unterstützung und der weiteren Vernetzung ging. Die Diakonie RWL kann den Kontakt zu den  evangelischen Krankenhäusern und Kindertagesstätten herstellen, um die medizinischen und  pädagogischen Fachkräfte zum Thema weibliche Genitalbeschneidung fortzubilden. Unsere  nächste Fachtagung für relevante Berufsgruppen werden wir am 24. September in den Räumen  der Diakonie RWL in Düsseldorf durchführen.  

Medien 

WDR „Lokalzeit Aus Düsseldorf“ – BILD der FRAU – Rheinisches Ärzteblatt 

Der WDR war am 27. März in unserer Beratungsstelle. Zu sehen war der Beitrag über unsere Hilfe  für betroffene Frauen am 01. April in der „Lokalzeit Aus Düsseldorf“. Die Sendung kann in der ARD  Mediathek angesehen werden. Auch die Zeitschrift „BILD der FRAU“ interessierte sich für die  Arbeit der Beratungsstelle. In der Ausgabe vom 07. März ist ein Interview mit Jawahir Cumar  erschienen. Unter der Überschrift „Schmerzhaftes Schicksal“ widmete sich ein Artikel im  Rheinischen Ärzteblatt ausführlich den medizinischen Aspekten des Themas weibliche  Genitalbeschneidung. Im Gespräch mit der Fachzeitung berichtete die Oberärztin Agata  Romanski-Ordas auch aus ihrer Arbeit in der gynäkologischen Sprechstunde unserer  Beratungsstelle. Der Frauenarzt Dr. Christoph Zerm äußerte sich zu ärztlichen Gutachten in  Asylverfahren für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die er im Rahmen unserer  medizinischen Sprechstunde erstellt.  

Impressum

Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V., Schiessstraße 8-10, 40549 Düsseldorf,  Tel. 0211-93885791, www.beratungsstelle-stop-mutilation.de, Redaktion: Jawahir Cumar (V.i.S.d.P.), Jeanette Zachäus 

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