
Newsletter 1-2026
Fachtagung, Veranstaltungen und Vernetzung
Erfolgreiche Fachtagung im Rathaus
Unsere achte Fachtagung zum Thema weibliche Genitalbeschneidung fand am 05. Februar mit 115 Teilnehmenden im Rathaus der Landeshauptstadt Düsseldorf statt. Vertreten waren Fachkräfte aus der Beratung, Sozialarbeit, Verwaltung, Wissenschaft und Polizei sowie pädagogische Fachkräfte, Erzieher*innen und Studierende. Die Veranstaltung war fachlich sehr fundiert und bot Raum für intensiven Austausch. In Fachvorträgen und praxisnahen Workshops wurden kulturelle, soziale, medizinische und rechtliche Aspekte im Umgang mit dem Thema weibliche Genitalbeschneidung vermittelt. Besonders die Diskussionen machten deutlich, wie relevant die behandelten Themen im Arbeitsalltag der verschiedenen Berufsgruppen sind.
Die Fachtagung „Weibliche Genitalbeschneidung – gemeinsam schützen und unterstützen“ wurde im Rahmen des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalbeschneidung veranstaltet, der jedes Jahr am 06. Februar begangen wird. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren sehr positiv und es gab viel Lob für die Organisation der Fachtagung: „Ich habe viele neue Impulse erhalten und fand den Austausch mit Mitarbeitenden aus den unterschiedlichen Praxisfeldern spannend und vor allem gewinnbringend. Danke, dass Sie dies – in einem einzigartigen Rahmen – ermöglicht haben.“ Gruppenbild mit Schirmherr und Referent*innen © Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V.

Eröffnet wurde die Fachtagung mit einem engagierten Grußwort von Elisabeth Wilfart, Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Düsseldorf. Ihre Stellvertreterin Susanne Kaufmann nahm an einem Workshop teil. In ihrem Grußwort lobte Tanja Buck, Vorstand der Diakonie Düsseldorf, die Arbeit der Beratungsstelle und hob ihre Bedeutung für den Kinderschutz hervor. Diese Expertise wird auch von der Diakonie sehr geschätzt und genutzt. Mit der Diakonie Düsseldorf haben wir einen starken Kooperationspartner an unserer Seite. Für unseren Verein hat unser Schirmherr, der Schauspieler Roland Riebeling, ein begeisterndes Grußwort gehalten. Er rief zur Unterstützung unserer Arbeit auf.
Bei den anschließenden Vorträgen wurde insbesondere der Beitrag „Rechtliche Einordnung zum Thema weibliche Genitalbeschneidung“ des Rechtsanwalts Jürgen Wahl als sehr ermutigend empfunden, viele Erzieher*innen fühlten sich dadurch bestärkt. Der Vortrag „Wie geht es Frauen,
die vor geschlechtsspezifischer Gewalt nach Deutschland geflohen sind?“ des Frauenarztes Dr. Christoph Zerm berührte die Teilnehmenden sehr. Ebenso sehr positiv hervorgehoben wurden der Vortrag „Medizinische Sicht auf die weibliche Genitalbeschneidung“ und der Workshop „Praktisches Wissen aus der gynäkologischen Sprechstunde“ der Frauenärztin Agata Romanski Ordas. Sie leitet gemeinsam mit Dr. Christoph Zerm die medizinische Sprechstunde in unserer Beratungsstelle.
Vorträge
Große Zonta-Konferenz in Krefeld
Mit rund 180 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland fand vom 27. Februar bis zum 01. März die Seminar-Konferenz der „Union deutscher ZONTA Clubs“ in Krefeld statt. Das dreitägige Seminarprogramm stand unter dem Konferenzmotto „Stimme erheben!“. Dabei hatte unser Verein Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V. am 28. Februar die Gelegenheit, einen Workshop zum Thema weibliche Genitalbeschneidung zu gestalten. Der Workshop, an dem etwa 30 Frauen teilnahmen, wurde von Astrid Puttins und Jawahir Cumar durchgeführt. Astrid Puttins stellte ihre Bilder zu weiblicher Genitalbeschneidung in Form einer PowerPoint-Präsentation vor. Im Anschluss informierte Jawahir Cumar über die weibliche Genitalbeschneidung und ihre Folgen sowie die Arbeit unserer Beratungsstelle. Dabei wurde auch ein Ausschnitt aus dem Film von Nikolai Klewe gezeigt, den er bei einem gemeinsamen Aufenthalt in Somalia gedreht hat. Die Atmosphäre im Raum war sehr ruhig und aufmerksam, die Teilnehmer*innen setzten sich intensiv mit den Inhalten auseinander und wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen. Gemeinsame Gastgeberinnen der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz waren die beiden Krefelder ZONTA Clubs. Die „Union deutscher ZONTA Clubs“ vereint alle 138 ZONTA Clubs in Deutschland mit insgesamt rund 4000 Mitgliedern.
Podiumsdiskussion in Leipzig
In Leipzig fand am 10. Februar die Veranstaltung „FGM/C ohne Stigmatisierung“ mit 25 Teilnehmenden statt, die von DaMigra e.V. Halle/Saale organisiert wurde. DaMigra ist der Dachverband der Migrantinnenorganisationen. Vertreten waren Fachkräfte aus Beratungsstellen, Aktivist*innen, medizinisches Fachpersonal sowie Personen aus der Wissenschaft. Ziel der Veranstaltung war es, Wege aufzuzeigen, wie weibliche Genitalbeschneidung in Deutschland wirksam, menschenrechtsbasiert und intersektional bekämpft werden kann und wie gute Ansätze für Prävention, Schutz und Versorgung aussehen. Als eine der Diskutant*innen war Jawahir Cumar, unsere Geschäftsführerin und Psychosoziale Beraterin, eingeladen, die die Expertise und Erfahrung aus ihrer 30jährigen Beratungsarbeit einbrachte. Sie stellte unsere auf das Thema weibliche Genitalbeschneidung spezialisierte Beratungsstelle vor, die sich durch ihren kultursensiblen, Community-basierten und Betroffenen-zentrierten Ansatz auszeichnet. Die Veranstaltung war sehr eindrücklich und emotional, gleichzeitig aber auch empowernd. Besonders der Fokus auf Betroffenenperspektiven wurde von den Teilnehmenden als sehr wertvoll wahrgenommen. In den Rückmeldungen wurde vor allem die Bedeutung von Vernetzung und Austausch hervorgehoben. Viele Teilnehmende betonten, wie wichtig solche Räume für gegenseitiges Lernen und Unterstützung sind.
Empfang von ZONTA und Soroptimisten Düsseldorf
Anlässlich des Weltfrauentages haben die Düsseldorfer Clubs von Soroptimist International und ZONTA International am 11. März gemeinsam engagierte Frauen eingeladen, sich zu treffen und auszutauschen. Zu der Veranstaltung im Industrie-Club Düsseldorf waren mehr als 100 Frauen gekommen, darunter auch Astrid Puttins und Jawahir Cumar von unserem Verein. Im Mittelpunkt
stand der Vortrag der Juristin und Führungskraft Britta Zur zum Thema „Neue Wege der Gewaltkultur stoppen“. Mit den Erkenntnissen aus ihren Tätigkeiten als Staatsanwältin und Polizeipräsidentin informierte sie über das Thema Gewalt an Frauen. Jawahir Cumar hatte die Gelegenheit, kurz über unsere Beratungsstelle zu berichten. Wir bedanken uns sehr für die Unterstützung bei ZONTA und Soroptimisten, besonders bei Maria Beck, die die Veranstaltung moderiert hat.
Vernetzung
Job- und Praxisbörse Hochschule Düsseldorf
Mit einem Informationsstand war unsere Beratungsstelle am 22. Januar auf der Job- und Praxisbörse der Hochschule Düsseldorf vertreten. Dabei konnten wir etwa 30 Studierende, vor allem aus den Bereichen Soziale Arbeit und Pädagogik, erreichen und unsere Beratungsstelle vorstellen sowie über das Thema weibliche Genitalbeschneidung informieren – ein Thema, das für angehende Sozialarbeitende höchst relevant ist. Die Gespräche waren sehr offen und interessiert, insbesondere bestand großes Interesse an praxisnahen Einblicken sowie an Praktikums- und Einstiegsmöglichkeiten. Unterstützt wurde Jawahir Cumar am Stand von Sumaya Said Mohamud, die selbst Studentin ist und dadurch einen besonders niedrigschwelligen Zugang zu den Studierenden hatte.
Die nachhaltige Wirkung des Austausches zeigte sich darin, dass einige der Studierenden an unserer Fachtagung teilgenommen haben. Besonders erfreulich ist, dass wir zwei Praktikant*innen gewinnen konnten, die im April und Mai starten. Leider können wir Praktikant*innen derzeit keine Aufwandsentschädigung zahlen, bieten jedoch einen tiefen Einblick in die praktische Arbeit einer gemeinnützigen Organisation sowie wertvolle Praxiserfahrungen in der Beratungs- und Aufklärungsarbeit. Die Jobbörse wurde vom Fachschaftsrat SozialKult des Fachbereiches Sozial und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf veranstaltet. Der Fachbereich zeichnet sich mit den Bachelorstudiengängen „Sozialarbeit/Sozialpädagogik“ und „Kindheitspädagogik und Familienbildung“ sowie den Masterstudiengängen „Psychosoziale Beratung“ und „Empowerment Studies“ durch eine hohe Praxisorientierung aus.
Weltfrauentag im Schauspielhaus Düsseldorf
Zum Weltfrauentag am 08. März nahm Jawahir Cumar an einer Veranstaltung im ausverkauften Schauspielhaus teil, bei der zugleich auf 40 Jahre Gleichstellungsarbeit in Düsseldorf zurückgeblickt wurde. Dabei wurde deutlich, dass bereits viel erreicht wurde, gleichzeitig aber weiterhin großer Handlungsbedarf besteht. Unter dem Titel „Will alles oder nichts – 40 Jahre Gleichstellung in Düsseldorf“ hatten Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und das Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung zu der Veranstaltung eingeladen. Zu den Gästen gehörten die Beigeordnete Miriam Koch, Bürgermeisterin Clara Gerlach sowie die Bürgermeister Josef Hinkel und Fabian Zachel.
Durch das Programm führten die Moderatorinnen Käthe Lorenz und Pia Schwierz das fast ausschließlich weibliche Publikum. Die Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Wilfart und ihre Stellvertreterin Susanne Kaufmann gaben einen Einblick in die Entwicklung der Gleichstellungsarbeit in Düsseldorf. Es begann vor 40 Jahren mit dem Gleichstellungsbüro, aus dem im Jahr 2021 das Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung wurde. Düsseldorf ist eine der wenigen Städte, in denen die Gleichstellung als eigenes Amt existiert. Neben der Gleichstellung von Frauen und Männern stehen heute auch Diversität und Antidiskriminierung im Fokus der Arbeit. Im Anschluss an die Veranstaltung gab es die Gelegenheit zum Netzwerken im Foyer bei Imbiss und Getränken.
Veranstaltung zum Frauentag im Landtag
Über 200 Personen aus Politik und Verwaltung, von Nichtregierungsorganisationen sowie Aktivist*innen nahmen am 10. März an der Veranstaltung „Wenn Frauen sich vernetzen…“ zum Internationalen Frauentag im Landtag Nordrhein-Westfalen teil. Auch Jawahir Cumar hatte eine persönliche Einladung von Landtagspräsident André Kuper erhalten. Im Mittelpunkt des Netzwerktreffens stand die Frage, welches Potenzial entsteht, wenn Frauen sich vernetzen, gegenseitig stärken und gemeinsam handeln. Thematisiert wurden auch die Hürden, Risiken und Belastungen, denen Frauen begegnen, wenn sie sich engagieren, Verantwortung übernehmen und öffentliche Präsenz zeigen. Die Veranstaltung setzte ein starkes politisches Signal für Gleichstellung und Frauenrechte. Motivierend waren vor allem die Redebeiträge, besonders hervorgehoben wurde die Rede von Berîvan Aymaz, der Vizepräsidentin des Landtags. Die Teilnehmenden nutzten die Möglichkeit zum persönlichen Austausch und betonten die Wichtigkeit solcher Formate für Sichtbarkeit und Netzwerken.
Frauenkongress der Grünen Landtagsfraktion NRW
Mit einem Informationsstand beteiligte sich die Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V. am 21. März am Markt der Möglichkeiten beim Frauenkongress der Grünen Landtagsfraktion NRW im Landtag. Jawahir Cumar und Sumaya Said Mohamud stellten die Arbeit der Beratungsstelle vor. Auch Verena Schäffer, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen besuchte unseren Stand und tauschte sich mit uns aus. Die Ministerin zeigte Interesse an der Arbeit der Beratungsstelle und brachte zum Ausdruck, dass ihr das Thema weibliche Genitalbeschneidung sehr am Herzen liege. Über 15 verschiedene Initiativen und Organisationen aus NRW waren der Einladung gefolgt, sich beim Markt der Möglichkeiten zu präsentieren. Der Frauenkongress brachte Frauen im Landtag NRW zusammen, die sich für feministische Perspektiven, gerechte Teilhabe und Gleichstellung einsetzen.
Den ganzen Tag über gab es Raum für Austausch über aktuelle Herausforderungen, für Vernetzung und für fachliche Diskussionen zu gesellschaftlich relevanten Themenfeldern. Die Veranstaltung begann im vollbesetzen Plenarsaal mit Reden von Ministerin Verena Schäffer und der Autorin Elina Penner. Die Ministerin sprach vor allem zum Thema Gewaltschutz von Frauen und Kindern und der Verantwortung von Männern, um Gleichstellung zu erreichen. Danach gab es ein vielfältiges Workshop‑Programm, das unterschiedliche Aspekte feministischer Politik beleuchtete. Jawahir Cumar nahm am Workshop „Gewalt gegen Frauen bekämpfen: Das spanische Modell – Mehr als eine Fußfessel“ teil und Sumaya Said Mohamud war beim Workshop „Feministische Kulturpolitik“.
Austausch mit Landtagsfraktionen
Zu zwei Gesprächen waren wir am 19. März im Landtag NRW. Gemeinsam mit Günter Haverkamp war Jawahir Cumar zu einem Austausch bei Norika Creuzmann, Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Kinder- und Jugendschutz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Mit Sumaya Said Mohamud nahm Jawahir Cumar an einem Gespräch mit sieben Vertreter*innen der SPD teil, angeführt von Nina Andrieshen, Landtagsabgeordnete der SPD und Vorsitzende der Kinderschutzkommission. Zu den beiden Gesprächen waren wir aufgrund unserer Stellungnahme zum fraktionsübergreifenden Antrag „Stärkung der Prävention und Bekämpfung von Genitalverstümmelung bzw. -beschneidung bei Mädchen in Nordrhein-Westfalen“ der Fraktionen von CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP eingeladen worden. Darin hatten wir die Rolle, fachliche Expertise und 30 Jahre Erfahrung unserer Beratungsstelle ausdrücklich dargestellt und unsere Einbindung in die weiteren Prozesse angeregt. Diese Forderung scheint angekommen zu sein. Der Austausch mit den Landtagsfraktionen zeigt unsere politische Vernetzung und die Relevanz unserer Arbeit auf Landesebene und stärkt unsere Sichtbarkeit. Im Juli sind wir zu einem Gespräch bei der CDU-Landtagsfraktion eingeladen.
Beratungsstelle
Iftar (Fastenbrechen) in der Beratungsstelle
Im Rahmen des Internationalen Frauentages haben wir am 07. März zu einem gemeinsamen Iftar in der Beratungsstelle eingeladen. Insgesamt nahmen 35 Frauen und drei Männer teil, darunter auch Ingrid Willets, die seit langem ehrenamtlich in unserem Verein mitarbeitet. Sie war Fachberaterin für Kindertagesstätten bei der Diakonie Düsseldorf. Alle Teilnehmer*innen brachten Speisen mit, sodass ein vielfältiges internationales Buffet entstand. Die Atmosphäre war von großer Herzlichkeit und Verbundenheit geprägt – es wurde gemeinsam gegessen, gelacht und sich ausgetauscht. Das Miteinander fühlte sich vertraut und besonders an, fast wie bei einem großen Familienfest. Unsere Klientinnen empfanden das Iftar als wertschätzend und als eine stärkende Erfahrung für die Community. Das gemeinsame Fastenbrechen ermöglichte Begegnungen jenseits des Beratungsalltags.
Neuer pädagogischer Leitfaden
Unsere Beratungsstelle hat einen neuen, wissenschaftlich fundierten Leitfaden mit dem Titel „Weibliche Genitalbeschneidung – gemeinsam Mädchen schützen“ erstellt. Dieser Leitfaden richtet sich an Fachkräfte in der pädagogischen und sozialen Arbeit, die Kontakt zu betroffenen oder gefährdeten Mädchen und Frauen haben. Er enthält praxisnahe Handlungsempfehlungen für einen kultursensiblen und zugleich klaren Umgang mit Betroffenen. Pädagogische und soziale Fachkräfte sollen ermutigt werden, hinzusehen, Fragen zu stellen und verantwortungsvoll zu handeln – zum Schutz von Mädchen, zur respektvollen Begleitung betroffener Frauen und zur Stärkung von Familien. Dafür möchte der Leitfaden ihnen Sicherheit und Orientierung geben. Der Leitfaden ist entstanden aus der langjährigen Erfahrung und fachlichen Expertise unserer Beratungsstelle.
Im Leitfaden wird grundlegendes Wissen zum Thema weibliche Genitalbeschneidung vermittelt: Typen, Begriffe, Vorkommen und Verbreitung, Alter der Mädchen und Frauen, Folgen, Gründe, Tabuisierung. Es werden praktische Hinweise zu Prävention und Intervention gegeben: Warnzeichen erkennen, präventive Maßnahmen, Mütter stärken – Väter einbeziehen, Fragen bei einer Ferienreise, Handeln in der Krise. Die Rechtslage und das Vorgehen bei Kindeswohlgefährdung werden ausführlich dargestellt. Weitere Inhalte des Leitfadens sind Umgang mit Betroffenen und Ansprechen des Themas sowie Beratung und Unterstützung für Betroffene. Zudem werden die Angebote der Beratungsstelle vorgestellt.
Der Leitfaden kann für 10,00 Euro bei uns bestellt werden: beratungsstelle@stop-mutilation.org
Existenz der Beratungsstelle ist in Gefahr
Zum Schluss wenden wir uns noch mit einem dringenden Hilferuf in eigener Sache an die Leserinnen und Leser dieses Newsletters.
Seit 2019 wird unsere Beratungsstelle durch die Landeshauptstadt Düsseldorf gefördert. Aufgrund der aktuellen Haushaltssituation hat die Stadt Düsseldorf ihren Zuschuss für das Jahr 2026 um mehr als die Hälfte gekürzt. Das haben wir erst vor kurzem sehr kurzfristig erfahren. Diese Finanzierungslücke von 69.000 Euro im Jahr 2026 bedroht unsere Beratungsstelle in ihrer Existenz. Dies hätte dramatische Folgen für die betroffenen Frauen, gefährdeten Mädchen und Familien in Düsseldorf. Es würde den Verlust ihrer einzigen Anlaufstelle bedeuten, die ihnen spezialisierte Hilfe und einen Schutzraum bei weiblicher Genitalbeschneidung bietet. Durch unsere Community-nahe Arbeitsweise werden die Betroffenen auch wirklich erreicht.
Psychosoziale Beratung und Begleitung für betroffene Frauen und Mädchen wären nicht mehr möglich. Die Angebote sind niederschwellig und mehrsprachig. Mit dem Wegfall der gynäkologischen Sprechstunde wäre die medizinische Versorgung betroffener Frauen gefährdet. Für sie ist der Zugang zum Gesundheitssystem oft schwierig oder sie treffen auf Ärzt*innen, denen das spezielle Fachwissen zum Thema weibliche Genitalbeschneidung fehlt. Ohne Präventionsarbeit und Aufklärung können Mädchen in Düsseldorf nicht mehr wirksam geschützt werden und ihnen droht die Genitalverstümmelung. Präventionsarbeit ist aktiver Kinderschutz. Dazu gehört bei uns auch die Beratung von Männern und Vätern, die ebenfalls wegfallen würde. Es könnten keine Fortbildungen für Fachkräfte in Schulen, Kindertagesstätten und im Gesundheitsbereich mehr durchgeführt werden, um sie zu sensibilisieren und für den Schutz bedrohter Mädchen zu schulen.
Die Beratungsstelle ist ein weit über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes Leuchtturmprojekt. Wir haben verlässliche Strukturen aufgebaut, durch deren Wegfall eine Lücke im Hilfesystem entstehen würde, die nicht durch andere Einrichtungen in Düsseldorf aufgefangen werden kann. Vielmehr schicken diese Einrichtungen betroffene Frauen zur Beratung und gynäkologischen Sprechstunde in unsere Beratungsstelle.
Wir brauchen dringend finanzielle Unterstützung, damit wir die Türen der Beratungsstelle für alle betroffenen Frauen und gefährdeten Mädchen in Düsseldorf weiter offenhalten können und sie einen sicheren Ort haben!
Daher wenden wir uns heute an Sie.
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IBAN: DE35 3106 0181 5311 3920 10
BIC: GENODED1GBM
GLADBACHER BANK AG
Verwendungszweck: Mädchen schützen
Impressum
Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V., Schiessstraße 8-10, 40549 Düsseldorf, Tel. 0211-75843400, www.beratungsstelle-stop-mutilation.de, Redaktion: Jawahir Cumar (V.i.S.d.P.), Jeanette Zachäus
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