Newsletter 4-2025 

Einblicke in unsere Arbeit und aktuelle Entwicklungen

Oberbürgermeister Dr. Keller besuchte Beratungsstelle  

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Dr. Stephan Keller, besuchte am  21. Oktober unsere Beratungsstelle, um sich über deren Arbeit zu informieren. Die Räumlichkeiten  und die Angebote der Beratungsstelle wurden von Jawahir Cumar, Geschäftsführender Vorstand  und Psychosoziale Beraterin der Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V., vorgestellt. Die  Kunsttherapeutin Eva Schneehorst-Pfeifer berichtete über das Malen mit betroffenen Frauen und  Abshir Mohamed über die Beratung von Männern. Für die Beratungsstelle nahmen an dem Treffen  auch Maria Beck, Astrid Puttins, Amaal Said Mohamud und Annette Müller teil. Oberbürgermeister  Dr. Stephan Keller würdigte die Arbeit der Beratungsstelle und sprach den Mitarbeitenden seine  Anerkennung aus: „Die Arbeit von ‚stop mutilation‘ ist von unschätzbarem Wert. Sie gibt  Betroffenen eine Stimme, die viel zu oft überhört wird, und leistet einen entscheidenden Beitrag  zum Schutz von Mädchen und Frauen – auch hier bei uns in Düsseldorf. Es ist wichtig, dass wir  als Stadt gemeinsam mit engagierten Initiativen daran arbeiten, dass Aufklärung, Schutz und Hilfe  dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden“. Seit 2019 wird die Beratungsstelle  durch die Landeshauptstadt Düsseldorf gefördert, die damit zum Vorreiter im Kampf gegen die  weibliche Genitalbeschneidung geworden ist. Ohne diese Unterstützung könnten wir die wertvolle  Arbeit für die betroffenen Frauen, Mädchen und Familien in Düsseldorf nicht leisten. Dafür sind wir  sehr dankbar! Es war uns eine große Freude und Ehre, dass Oberbürgermeister Dr. Stephan  Keller sich persönlich ein Bild von der Arbeit unserer Beratungsstelle gemacht hat.  

Vorträge 

Gesundheitsamt Düsseldorf  

Zu einem Vortrag über das Thema weibliche Genitalbeschneidung und die Arbeit unserer  Beratungsstelle hatte uns am 29. Oktober das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf  eingeladen. Im Kulturhaus Süd informierte Jawahir Cumar Mitarbeitende der Sozialpädiatrie am  Gesundheitsamt und Mitarbeitende des Amtes für Soziales und Jugend, darunter Kinderkrankenschwestern, Hebammen und Sozialarbeiter*innen. Sie arbeiten im Rahmen des  Präventionsprogrammes „Zukunft für Kinder“ in den Familien sehr eng zusammen.  

Netzwerk Frühe Hilfen Heerdt 

Beim Netzwerktreffen der Frühen Hilfen Heerdt, das am 03. Dezember in der EWTO-Akademie stattfand, berichtete Jawahir Cumar über die Verbreitung, Praxis und Auswirkungen der weiblichen  Genitalbeschneidung. Sie informierte über die Beratungsarbeit und stellte die Angebote der  Beratungsstelle vor, die sich in Düsseldorf-Heerdt befindet. Dabei wurde sie von Ingrid Willetts aus  unserem Verein begleitet. Das Thema hinterließ viel Betroffenheit und es folgte eine angeregte  

Diskussion der 15 Teilnehmer*innen von Schulen, dem Jugendamt, der Polizei und Institutionen im  Stadtteil. Als Multiplikator*innen wollen sie in ihren Einrichtungen von dem Vortrag berichten und  für das Thema weibliche Genitalbeschneidung sensibilisieren. Dadurch können sie nach ihren  eigenen Angaben in ihren Bereichen weitere etwa 800 Personen erreichen. Das Netzwerktreffen  wurde von Cordula Gnoß-Manhillen, Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer Düsseldorf  e.V., moderiert und organisiert. Im Netzwerk Frühe Hilfen Heerdt kommen zweimal im Jahr  Akteure verschiedener Institutionen, Träger von Bildungsangeboten, Vereine, Kirchengemeinden  und Interessierte zum Austausch zusammen. Gemeinsam arbeiten sie am Ausbau gesundheitlicher Strukturen und chancengerechtem Aufwachsen im Bezirk Heerdt. Das Netzwerk  kooperiert durch Informationsaustausch, gegenseitige Beratung und Unterstützung.  

Landesarbeitsgruppe der SPZ-Psycholog*innen 

Beim Treffen der Landesarbeitsgruppe der SPZ-Psycholog*innen am 12. November hielt Jawahir  Cumar einen Vortrag zum Thema „Weibliche Genitalbeschneidung – Mädchen schützen und  Frauen unterstützen“ und stellte die Arbeit der Beratungsstelle vor. Sie informierte die  Teilnehmenden über die Bedeutung des Themas in Deutschland, die Probleme und Belastungen  betroffener Mütter, den Schutz von Mädchen ohne Diskriminierung, einen sensiblen Umgang und  Prävention. Das Treffen fand im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) der Kinderklinik am Florence Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf statt. Beim Sozialpädiatrischen Zentrum handelt es sich  um eine ambulante Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die von einer Entwicklungsstörung  bedroht sind, eine Behinderung aufweisen oder chronisch krank sind. Das SPZ kümmert sich  sowohl um die Patienten als auch um ihre Familien. 

Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung 

Wie schon in den vergangenen Jahren beteiligten wir uns beim „Tag der Menschenrechte“ am  Standort Duisburg der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung. Mit einem Workshop  sensibilisierten wir am 07. Oktober eine Auswahl der Studierenden zum Thema weibliche  Genitalbeschneidung. Gemeinsam mit der Professorin Dr. Janet Kursawe werden wir einen  Leitfaden für die Polizei erstellen. 

Informationsveranstaltung Kreis Viersen 

Zum Thema weibliche Genitalbeschneidung fand am 21. November eine Fachveranstaltung im  Kreishaus Viersen statt, die vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Viersen organisiert  wurde. Dabei hielt Jawahir Cumar einen Impulsvortrag zu den „Grundlagen und Fakten zur  weiblichen Genitalverstümmelung/Genitalbeschneidung“ wie Verbreitung und kulturelle  Hintergründe. Die Gynäkologin Agata Romanski-Ordas, Oberärztin der Frauenklinik im  Lukaskrankenhaus Neuss, informierte in ihrem Impulsvortrag über die unterschiedlichen Typen  von FGM/C (Female Genital Mutilation/Cutting), die medizinischen und psychosozialen Folgen. Sie  leitet die gynäkologische Sprechstunde für betroffene Frauen in unserer Beratungsstelle. Die  Zielgruppe der Veranstaltung in Viersen waren Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen,  Mitarbeiter*innen des Offenen Ganztags, Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen aus Frauenhäusern,  Beratungsstellen und Jugendeinrichtungen sowie Sporttrainer*innen. Anlass der Veranstaltung war  der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November. Inspiriert von  unseren Ideen plant das Kommunale Integrationszentrum einen Workshop für Kitas im Kreis  Viersen zur Sensibilisierung für das Thema weibliche Genitalbeschneidung im frühpädagogischen  Bereich, der am 30. Juni 2026 mit unserer Beteiligung stattfinden wird. 

Virtueller Fachtag  

Zum Thema „Medizinische Versorgung und interdisziplinäre Betreuung von Frauen mit FGM/C“ gab es am 07. November einen virtuellen Fachtag – organisiert von der AG FIDE e.V. in  Kooperation mit dem Freiburger Zentrum für Frauen mit Genitalbeschneidung (FZG) der  Universitätsfrauenklinik Freiburg. FIDE steht für Frauengesundheit in der  

Entwicklungszusammenarbeit. Der Fachtag richtete sich an alle medizinischen und  therapeutischen Berufsgruppen, die in der Versorgung von betroffenen Frauen tätig sind oder sich  für das Thema sensibilisieren wollten. Dabei berichtete Jawahir Cumar von den Erfahrungen  betroffener Frauen im Gesundheitssystem. Die Arztsuche gestaltet sich schwierig, weil viele  Ärzt*innen sich mit dem Thema weibliche Genitalbeschneidung nicht auskennen. Bei  Eröffnungsoperationen übernehmen die Krankenkassen nur noch die Kosten, wenn diese  ambulant durchgeführt werden. Aber einige betroffene Frauen haben niemanden, der sie zum  Krankenhaus fahren und nach der Operation abholen kann. Ein Taxi können sie sich nicht leisten. Es gibt Kliniken und Ärzt*innen, die Rekonstruktionsoperationen anbieten, aber keine Erfahrung  damit haben. In unserer Beratungsstelle sehen wir dann Frauen, deren Zustand nach der  Operation schlechter ist als vorher. Der Gynäkologe Dr. Christoph Zerm informierte beim Fachtag  über das Thema „Gutachten und Abrechnung“. Er leitet gemeinsam mit Agata Romanski-Ordas die  gynäkologische Sprechstunde in unserer Beratungsstelle und erstellt fachärztliche Gutachten für  das Asylverfahren. Weitere Inhalte des Fachtags waren: sensible Ansprache und Aspekte der  Beratung, geburtshilfliche Versorgung, operative Möglichkeiten sowie Psychotherapie und  Traumatherapie bei weiblicher Genitalbeschneidung.  

Kunstausstellung gegen Gewalt an Frauen 

Im Rahmen der internationalen Wochen gegen Gewalt an Frauen war in der Citykirche  Mönchengladbach vom 07. bis 22. November die Ausstellung „Kunst gegen Gewalt an Frauen“ zu  sehen – mit Bildern von Astrid Puttins, die in unserem Verein mitarbeitet. Bei der Vernissage am  07. November mit der Künstlerin informierte Jawahir Cumar über die weibliche Genitalbeschneidung, die eine Form von Gewalt an Frauen und Mädchen ist. Rike Casper und Bärbel Schulz, bekannt als Duo CASPER SCHULZ, bewegten mit ihrer Performance. Organisiert  wurde die Veranstaltungsreihe von den Soroptimistinnen Mönchengladbach und den Zonta Clubs  Mönchengladbach I und II. Zum Aktionstag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am  25. November, der auch Orange Day genannt wird, hielt die Frauenärztin Agata Romanski-Ordas  einen Vortrag zum Thema weibliche Genitalbeschneidung mit anschließender Diskussionsrunde.  

Schulungen 

Schulung Hilfetelefone  

Zum Thema weibliche Genitalbeschneidung schulte Jawahir Cumar am 27. Oktober  18 Beraterinnen der Hilfetelefone „Gewalt gegen Frauen“ und „Schwangere in Not“. An der  Schulung nahm auch die Fachbereichsleiterin im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche  Aufgaben in Köln teil, bei dem die Hilfetelefone angesiedelt sind. In der Vergangenheit haben wir  bereits mehrere Schulungen für die Beraterinnen der Hilfetelefone durchgeführt. Das Feedback der  Beraterinnen fiel positiv aus. Die Schulung wurde als anschaulich, lebendig, informativ und  authentisch bewertet. Dabei wurde besonders die Art und Weise, wie die Schulung durchgeführt  wurde, hervorgehoben. Rückmeldungen der Teilnehmerinnen waren: fachlich fundierte Inhalte,  wichtige Einblicke in kulturelle Hintergründe, praxisnahe Schulung, sensibler Umgang mit dem  Thema, offene und respektvolle Atmosphäre, kompetente und empathische Dozentin. Die  Teilnehmerinnen erlangten durch die Schulung mehr Sicherheit im Umgang mit betroffenen  Frauen, sie haben neue Perspektiven gewonnen und die Rollenspiele haben das Verständnis  

vertieft. Sie empfanden die Informationen zu Unterstützungsangeboten als hilfreich und bekamen  mehr Klarheit über Gesprächsführung und Handlungsmöglichkeiten.  

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge  

Regelmäßig schult die Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V. die Sonderbeauftragten  für geschlechtsspezifisch Verfolgte beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zum  Thema weibliche Genitalbeschneidung. Die Schulung am 25. November fand im Online-Format  statt. Dabei informierte Jawahir Cumar über die soziokulturellen Hintergründe und die Arbeit der  Beratungsstelle. Sie führte die Schulung zusammen mit Isabel Runge, Fachärztin an der Klinik für  Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg durch, die die medizinischen Aspekte  vermittelte. Nach den Fachvorträgen konnten die Teilnehmer*innen Fragen stellen.  

Zahlen

Neue Schätzung für Deutschland  

Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat das Bundesministerium für Bildung, Familie,  Senioren, Frauen und Jugend eine aktualisierte Schätzung zur Situation weiblicher  Genitalbeschneidung in Deutschland veröffentlicht. Danach lebten Ende 2024 rund 123.000 Frauen und Mädchen in Deutschland, die bereits betroffen sind oder als bedroht gelten. In der  Gesamtzahl enthalten sind etwa 86.500 volljährige Frauen, die bereits eine Form der  Genitalbeschneidung erlitten haben. Zudem geht die Untersuchung davon aus, dass etwa 11.100  minderjährige Mädchen potenziell betroffen und weitere bis zu 25.000 Mädchen gefährdet sein  könnten. Weltweit waren laut UNICEF im Jahr 2024 mindestens 230 Millionen Frauen und  Mädchen an ihren Genitalien beschnitten. Weibliche Genitalbeschneidung ist in über 90 Ländern  dokumentiert. 

Verein 

Neuer Vorstand 

Unser Verein Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V. hat einen neuen Vorstand gewählt.  Als Geschäftsführender Vorstand vertritt Jawahir Cumar den Verein. 2. Vorsitzender ist Torsten  Schöniger, der unseren Verein seit 2005 tatkräftig unterstützt. Er hat unsere Homepage erstellt  und deren technische Betreuung übernommen. Zudem hat er viele unserer Materialien wie Flyer  und Leitfäden grafisch gestaltet. Zur Beisitzerin wurde Amaal Said Mohamud bestimmt. Sie betreut  unsere Social Media-Kanäle, berät betroffene Frauen und begleitet sie in der gynäkologischen  Sprechstunde unserer Beratungsstelle.  

Danke 

Unterstützung im Jahr 2025 

Allen, die unsere Arbeit in diesem Jahr begleitet und unterstützt haben, möchten wir an dieser  Stelle sehr herzlich danken.  

Unser besonderer Dank gilt der Landeshauptstadt Düsseldorf für die Förderung der  Beratungsstelle. Dadurch konnten wir auch im Jahr 2025 betroffenen Frauen, gefährdeten 

Mädchen und Familien in Düsseldorf helfen, sie beraten, begleiten und schützen sowie Fachkräfte  fortbilden. 

Mit der Diakonie Düsseldorf haben wir einen starken Kooperationspartner an unserer Seite, bei  dem wir uns sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit und wichtige Unterstützung im Jahr 2025  bedanken.  

Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr!  

Impressum

Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V., Schiessstraße 8-10, 40549 Düsseldorf,  Tel. 0211-93885791, www.beratungsstelle-stop-mutilation.de, Redaktion: Jawahir Cumar (V.i.S.d.P.), Jeanette Zachäus 

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