thema-header

Aktuelles

Bericht zur Fachtagung am 05. Februar 2026

Zur Fachtagung „Weibliche Genitalbeschneidung – gemeinsam schützen und unterstützen“ hatte unser Verein Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V. am 05. Februar ins Rathaus der Landeshauptstadt Düsseldorf eingeladen. Mit über 100 Teilnehmenden war die Veranstaltung gut besucht. Diese starke Resonanz hat einmal mehr gezeigt, dass das Thema weibliche Genitalbeschneidung für viele Berufsgruppen eine große Relevanz hat und die Hilfe für betroffene Frauen und der Schutz gefährdeter Mädchen als wichtige Aufgaben wahrgenommen werden. Die Fachtagung fand im Rahmen des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalbeschneidung statt, der jedes Jahr am 06. Februar begangen wird.

Eröffnet wurde die Fachtagung mit einem engagierten Grußwort von Elisabeth Wilfart, Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Susanne Kaufmann nahm an einem Workshop teil. Mit ihrem Engagement gegen die weibliche Genitalbeschneidung hat die Landeshauptstadt Düsseldorf eine Vorreiterrolle übernommen. Seit 2019 fördert die Landeshauptstadt Düsseldorf unsere Beratungsstelle. Bereits zum dritten Mal durfte unser Verein mit einer Fachtagung im Rathaus zu Gast sein.

In ihrem Grußwort lobte Tanja Buck, Vorstand der Diakonie Düsseldorf, die Arbeit der Beratungsstelle und hob ihre Bedeutung für den Kinderschutz hervor. Diese Expertise wird auch von der Diakonie geschätzt und genutzt. Mit der Diakonie Düsseldorf haben wir einen starken Kooperationspartner an unserer Seite, der unsere Arbeit sehr unterstützt. Für unseren Verein hat unser Schirmherr, der Schauspieler Roland Riebeling, ein begeisterndes Grußwort gehalten. Er bedankte sich bei der Landeshauptstadt Düsseldorf und rief zur Unterstützung unserer Arbeit auf.

Die Fachtagung richtete sich an alle relevanten Berufsgruppen, die Kontakt zu betroffenen Frauen, gefährdeten Mädchen und Familien haben, insbesondere aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Beratung, Erziehung und Bildung, bei Behörden und der Polizei. In Fachvorträgen und praxisnahen Workshops wurden kulturelle, soziale, medizinische und rechtliche Aspekte im Umgang mit dem Thema weibliche Genitalbeschneidung vermittelt. Bei der rechtlichen Einordnung zum Thema weibliche Genitalbeschneidung fühlten sich die Teilnehmenden gut abgeholt. Sie bekamen mit auf den Weg, mutig zu sein und wenn es nötig ist, die Beratungsstelle einzuschalten oder Anzeige zu erstatten. Die Frage „(Wann) Sollen wir die Polizei rufen?“ beschäftigte viele Teilnehmer*innen.

Weitere Inhalte der Fachtagung waren:

  • Kultursensible Beratung, Ansprechen des Themas und Umgang mit Betroffenen
  • Medizinische Sicht auf die weibliche Genitalbeschneidung und praktisches Wissen aus der gynäkologischen Sprechstunde
  • Wie geht es Frauen, die vor geschlechtsspezifischer Gewalt nach Deutschland geflohen sind?
  • Psychosoziale Hilfen und traumatherapeutische Ansätze bei weiblicher Genitalbeschneidung
  • Kunsttherapie – Den eigenen Gefühlen durch Malen Ausdruck geben

In einem lebendigen Talk zum Abschluss der Fachtagung spielten sich Günter Haverkamp und Jawahir Cumar die Bälle zu und stellten sich gegenseitig Fragen. Sie arbeiten seit vielen Jahren beim Thema weibliche Genitalbeschneidung zusammen. Nach der Fachtagung gab es viel positives Feedback. Eine Teilnehmerin sagte: „Die Fortbildung war sehr informativ und gut aufgebaut. Die Tragweite des Themas war mir vorher nicht klar.“

Rheinisches Ärzteblatt

Gespräch mit Agata Romanski-Ordas und Dr. Christoph Zerm

BILD der FRAU

Interview mit Jawahir Cumar