Zur Fachtagung „Weibliche Genitalbeschneidung – gemeinsam schützen und unterstützen“
hatte
unser Verein Beratungsstelle stop mutilation Deutschland e.V. am 05. Februar ins Rathaus
der
Landeshauptstadt Düsseldorf eingeladen. Mit über 100 Teilnehmenden war die Veranstaltung
gut
besucht. Diese starke Resonanz hat einmal mehr gezeigt, dass das Thema weibliche
Genitalbeschneidung für viele Berufsgruppen eine große Relevanz hat und die Hilfe für
betroffene Frauen und der Schutz gefährdeter Mädchen als wichtige Aufgaben wahrgenommen
werden. Die Fachtagung fand im Rahmen des Internationalen Tages gegen weibliche
Genitalbeschneidung statt, der jedes Jahr am 06. Februar begangen wird.
Eröffnet wurde die Fachtagung mit einem engagierten Grußwort von Elisabeth Wilfart,
Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Stellvertretende
Gleichstellungsbeauftragte Susanne Kaufmann nahm an einem Workshop teil. Mit ihrem
Engagement gegen die weibliche Genitalbeschneidung hat die Landeshauptstadt Düsseldorf
eine
Vorreiterrolle übernommen. Seit 2019 fördert die Landeshauptstadt Düsseldorf unsere
Beratungsstelle. Bereits zum dritten Mal durfte unser Verein mit einer Fachtagung im
Rathaus
zu Gast sein.
In ihrem Grußwort lobte Tanja Buck, Vorstand der Diakonie Düsseldorf, die Arbeit der
Beratungsstelle und hob ihre Bedeutung für den Kinderschutz hervor. Diese Expertise wird
auch von der Diakonie geschätzt und genutzt. Mit der Diakonie Düsseldorf haben wir einen
starken Kooperationspartner an unserer Seite, der unsere Arbeit sehr unterstützt. Für
unseren Verein hat unser Schirmherr, der Schauspieler Roland Riebeling, ein
begeisterndes
Grußwort gehalten. Er bedankte sich bei der Landeshauptstadt Düsseldorf und rief zur
Unterstützung unserer Arbeit auf.
Die Fachtagung richtete sich an alle relevanten Berufsgruppen, die Kontakt zu
betroffenen
Frauen, gefährdeten Mädchen und Familien haben, insbesondere aus den Bereichen
Gesundheit,
Soziales, Beratung, Erziehung und Bildung, bei Behörden und der Polizei. In
Fachvorträgen
und praxisnahen Workshops wurden kulturelle, soziale, medizinische und rechtliche
Aspekte im
Umgang mit dem Thema weibliche Genitalbeschneidung vermittelt. Bei der rechtlichen
Einordnung zum Thema weibliche Genitalbeschneidung fühlten sich die Teilnehmenden gut
abgeholt. Sie bekamen mit auf den Weg, mutig zu sein und wenn es nötig ist, die
Beratungsstelle einzuschalten oder Anzeige zu erstatten. Die Frage „(Wann) Sollen wir
die
Polizei rufen?“ beschäftigte viele Teilnehmer*innen.
Weitere Inhalte der Fachtagung waren:
- Kultursensible Beratung, Ansprechen des Themas und Umgang mit Betroffenen
- Medizinische Sicht auf die weibliche Genitalbeschneidung und praktisches Wissen aus
der
gynäkologischen Sprechstunde
- Wie geht es Frauen, die vor geschlechtsspezifischer Gewalt nach Deutschland
geflohen
sind?
- Psychosoziale Hilfen und traumatherapeutische Ansätze bei weiblicher
Genitalbeschneidung
- Kunsttherapie – Den eigenen Gefühlen durch Malen Ausdruck geben
In einem lebendigen Talk zum Abschluss der Fachtagung spielten sich Günter Haverkamp und
Jawahir
Cumar die Bälle zu und stellten sich gegenseitig Fragen. Sie arbeiten seit vielen Jahren
beim
Thema weibliche Genitalbeschneidung zusammen. Nach der Fachtagung gab es viel positives
Feedback. Eine Teilnehmerin sagte: „Die Fortbildung war sehr informativ und gut
aufgebaut.
Die
Tragweite des Themas war mir vorher nicht klar.“